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TAICHI CHUAN
Taichi Chuan ist eine alte chinesische Bewegungskunst, in der sich so scheinbar gegensätzliche Disziplinen wie Gesundheitsübung, Kampfkunst und Meditation zu einem einzigartigen Übungssystem vereinigen. Grundlage aller Übungen des Taichi Chuan ist die Form, eine Sequenz langsamer, weich fließender Bewegungen im Einklang mit den natürlichen Bewegungsmöglichkeiten des Körpers.
TAICHI CHUAN ALS GESUNDHEITSÜBUNG Schon bei den allerersten Übungen wird Energie als Wärme spürbar, in der chinesischen Medizin seit Jahrtausenden bekannt als Qi, die Lebensenergie. Es ist gerade die Langsamkeit, der gleichmäßige Fluß der Bewegungen, die das Qi im Körper frei zirkulieren lassen, ohne dass Energie verschwendet oder blockiert wird. Bei regelmäßiger, maßvoller Übung führt Taichi Chuan zu innerer Ruhe, Ausgeglichenheit und anhaltender Gesundheit.
Viele Krankheiten, auch chronischer Art wie hoher Blutdruck, Arteriosklerose, TBC, Magen-Darm-Krankheiten, werden gelindert oder sogar geheilt. Gute Erfolge gibt es vor allem bei Rückenbeschwerden und Erkrankungen von Muskeln und Gelenken. Taichi Chuan ist eine Wohltat für das zentrale Nervensystem. Bei guter Übungspraxis verschwinden Schmerzen, Schlaflosigkeit, Mattigkeit, Nervöse Verspannungen und Erschöpfung nach einiger Zeit.
TAICHI CHUAN ALS KAMPFKUNST Die Bedeutung von Taichi Chuan als sanfte, "innere" Kampfkunst ist im Laufe seiner Entwicklung gegenüber den Aspekten der Gesundheitsprophylaxe und der Meditation in den Hintergrund getreten.
Da die gewohnten Haltungen der Konkurrenz für die Partnerübungen des Taichi Chuan aufgegeben werden müssen, werden diese Übungen erst in einem späteren Stadium erlernt. Letztlich ist es aber gleichgültig, ob Taichi in der Auseinandersetzung mit einem Übungspartner oder mit den eigenen in das Unterbewußte ausgegrenzten Bereichen seine Anwendung findet - in beiden Fällen gilt es, die Energie des Qi kennenzulernen, zu stärken und für sich zu nutzen.
DIE URSPRÜNGE DES TAICHI CHUAN Die Ursprünge des Taichi Chuan wurzeln tief in der chinesischen Kultur, in der Philosophie des Daoismus, seiner traditionellen Medizin, in den vielfältigen Kampfkunstsystemen und in uralten Meditationsübungen buddhistischer Mönche, den ersten Qigong-Übungen. Im 19. Jahrhundert wurde Taichi Chuan von wenigen Familien zu jeweils eigenen Stilen entwickelt und streng geheim gehalten. Erst in den 1920er Jahren begann seine öffentliche Verbreitung. Der innere Weg zur Entwicklung des Qi wurde jedoch auch weiterhin geheim gehalten und nur an Familienmitglieder und wenige, auserwählte Meisterschüler weitergegeben.
Yang Shou-Chung (1910 - 1985) einer der letzten Meister der Yang-Familie, gründete die ITCCA und gab das gesamte Wissen des Yang-Stils an drei persönliche Meisterschüler weiter. Deren letzter, Meister K.H. Chu unterrichtet heute als Repräsentant der ITCCA in Westeuropa.
DER ÜBUNGSWEG DES TAICHI CHUAN Die Form: Grundlage aller Übungen im Taichi Chuan ist die Form. Sie besteht aus 3 Teilen (Erde, Himmel, Mensch), einem langsam ausgeführten Bewegungsablauf, der die Qi-Kraft anregt, und den Körper erdet und entspannt aufrichtet. Die gesamte Form dauert eine halbe Stunde. Etwa 3 Jahre benötigt man, um die ganze Form zu lernen, aber ihre Wirkung ist schon in den ersten Anfängen spürbar. Mit dem Lernen des Taichi Chuan lassen wir uns auf einen langen, manchmal steinigen und oft auch sehr freudvollen Weg ein, auf dem wir lebendiger, ausgeglichener und entschiedener werden können. Die 6 Vertiefungsstufen: Derselbe Bewegungsablauf wird mit jeder Stufe verfeinert, um den Zugang zur inneren Energie zu öffnen: Yin-Yang-Form, Armspirale, Zentrumsbewegung, Beinspirale, Halsspirale, Innerer Atem.
Daoistische Gesundheitsübungen: Einfache, rhythmische Qigong-Übungen im Stehen, die das Qi anregen und ausgleichen. Sie sind von Anfang an Teil der Taichi-Formkurse. Qigong-Übungen im Stehen oder Gehen, die eine starke Aktivierung des Qi bewirken, begleiten den Unterricht. Verschiedene Armhaltungen öffnen den Körper für den Atem, der frei strömen und tief in den Bauch sinken kann. Dort, im Zentrum sammelt sich das Qi und beginnt zu zirkulieren. Diese intensiven Qigong-Übungen werden bereits im Anfängerunterricht erlernt und fortlaufend erweitert.
Yigong: Meditative Übungen zur Lenkung des Qi (Yi = Geist, Wille, Absicht), die ab den Vertiefungsstufen den Unterricht begleiten.
Partnerübungen: Während des Lernens der Form bestehen Partnerübungen aus Positionen der Form, die Druck ausgesetzt werden, um die Stabilität und Durchlässigkeit kennenzulernen. Voraussetzung für komplexere Partnerübungen wie Tui Shou (= Pushing Hands) ist die ganze Form. Am Anfang bestehen die Partnerübungen aus einem formalen Ablauf zu zweit mit einer Hand, dann mit beiden Händen, später Ta-Lu mit großen Kreisen. Dies sind Spiele, die lehren, die Energie des Partners zu spüren, um sich gegenseitig zu ver- und entwurzeln.
Waffenformen: Ebenfalls nach Abschluß der Formkurse kann man die Waffenformen lernen. Dies sind dynamische Bewegungsabläufe mit Holzschwert, -säbel und -stock. Die Qi-Kraft wird durch die Waffe gelenkt.
Daoistische Meditation: Übungen im Sitzen nach dem Prinzip der Verwurzelung in der Erde und der Aufrichtung zum Himmel. Im Wechsel mit der Meditation kann die Daoistische Selbstmassage angewendet werden. Sie dient der Belebung durch die Qi-Kraft nach und während dem stillen Sitzen.
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